Projekt "Leichte Sprache in der Landesverwaltung - Wissenschaftliche Grundlagen und praktische Kriterien für die Umsetzung in der öffentlichen Verwaltung"

Welche Rolle spielt Leichte Sprache in den Verwaltungen in Baden-Württemberg?

 

Projekt: Leichte Sprache in der Landesverwaltung (Beginn: 1.Oktober 2015)

Bei dem Projekt geht es um die Frage welche Ämter und Verwaltungen in Baden-Württemberg bereits Erfahrung mit Leichter Sprache haben.

Das Projekt leitet der Landesverband der Lebenshilfe Baden-Württemberg e.V. zusammen mit:

  • Dem Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren
  • Der Universität Lepizig
  •  

Leichte Sprache spielt für viele Personen eine wichtige Rolle.

Zum Beispiel:

  • Menschen mit geistiger Behinderung
  • Ältere Menschen
  • Menschen mit Lernbehinderung
  • Analphabeten
  • Menschen mit einer Hörbehinderung
  • Menschen mit Migrations·hintergrund
  • Flüchtlinge

 

Ziel von dem Projekt ist es,

dass die Ämter und Verwaltungen in Baden-Württemberg mehr Leichte Sprache verwenden.

Dabei sollen sie Unterstützung und Beratung bekommen.

Damit in Zukunft mehr Menschen die Informationen der Ämter lesen und verstehen können.

 

Das Projekt "Leichte Sprache in der Landesverwaltung - Wissenschaftliche Grundlagen und praktische Kriterien für die Umsetzung in der öffentlichen Verwaltung" (Startschuss war der 01. Oktober 2015) ist ein neues Projekt vom Landesverband der Lebenshilfe Baden-Württemberg e. V. in Kooperation mit dem Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg und der Universität Leipzig. Es verfolgt das Ziel die Rolle der Leichten Sprache in den Verwaltungen in Baden-Württemberg zu erheben und darauffolgend eine Handreichung sowie einen Gesamtleitfaden zur nachhaltigen Unterstützung der öffentlichen Verwaltung zu erstellen. Die UN-Behindertenrechtskonvention verweist in den Artikeln 2 und 21 gezielt auf die Notwendigkeit von Leichter Sprache. Auch im kürzlich veröffentlichten Aktionsplan der Landesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Baden-Württemberg nimmt das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren in zweifacher Weise Bezug auf das Thema "Leichte Sprache": Einerseits durch die explizite Aussage, eine verbindliche Weiterentwicklung der bisherigen Ansätze auf wissenschaftlicher Basis voranzutreiben. Andererseits sieht das Ministerium, neben einer wissenschaftlichen Untermauerung, einen klaren Fokus auf der Schaffung von, an den tatsächlichen Bedürfnissen der Verwaltungspraxis orientierten, Empfehlungen zur Anwendung der Leichten Sprache.

Nun stellt sich die Frage: Welche Schritte sind nötig, um dieses Ziel zu erreichen?


In einem ersten Schritt gilt es, mithilfe einer empirischen Abfrage, in Erfahrung zu bringen, welche Berührungspunkte und Vorkenntnisse bei den Stadt-, Landkreisen und Gemeinden bezüglich der Thematik der Leichten Sprache vorliegen. In Kooperation mit dem Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg sowie der Universität Leipzig soll die Abfrage durchgeführt werden. Anhand dieser Befragung sollen die Stadt-, Landkreise und Gemeinden zugleich für das Projekt sensibilisiert werden, so dass sie durch aktive Partizipation konstruktiv an den weiteren Projektschritten mitwirken können. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Expertisen der Universität Leipzig sollen dabei direkt in die weiteren Projektschritte einfließen.

Die zweite Projektphase ist von dem Aufbau und der Erstellung von einer Handreichung geprägt, die auf einen handlungsbezogenen Kriterienkatalog aufbauen. Der Schwerpunkt der Handreichung liegt im Anwendungsfeld von Leichter Sprache in der Verwaltung. Beispielsweise in Bezug auf sozialrechtliche Informationen, Förderaufrufe, Gesetzgebungsverfahren oder Bescheide. Als Adressaten dieser Handreichung sind die Landesbehörden, wie Stadt-, Landkreise und Gemeinden, zu nennen. Ein weiteres Ziel dieses Projektschrittes ist die Einbindung von Kooperationspartnern der Praxis. Dies kann bereits bei der empirischen Abfrage als ein Ziel genannt werden, um frühzeitig mögliche Partner zu gewinnen.

Im dritten Projektschritt steht die Implementierung von Elementen der Leichten Sprache in den Verwaltungsstrukturen des Landes im Mittelpunkt. Dies soll durch ein realistisches Vorgehen sowie in Form von Handlungsempfehlungen und mit Hilfe eines Gesamtleitfadens erfolgen. 

Der vierte Projektschritt hat einen verbindlichen Prozessplan zum Ziel, welcher mit allen Projekt- und Kooperationspartnern abgestimmt ist. Die Handreichungen sowie der Gesamtleitfaden sollen dazu dienen, damit über den Projektzeitrahmen hinaus, die gesetzten Kriterien sowie Anwendungen in der öffentlichen Verwaltung platziert und weiterentwickelt werden können.

Ziel des Projekts ist es, dass die Leichte Sprache in der Landesverwaltung vermehrt und nachhaltig zum Einsatz kommt, damit Menschen mit Behinderung ein höheres Maß an Selbstbestimmung erfahren und Mitarbeitende in der Landesverwaltung für dieses Thema sensibilisiert werden.

Hier finden Sie die Handreichung zum Projekt "Leichte Sprache in der Verwaltung"
Handreichung

 Pressemitteilung des MInisteriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg

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Florian Ritter
Projektleiter