Projekt "BRIDGE"

BRücken bauen In Die GEmeinde

 

Projekt: "BRIDGE - BRücken bauen In Die GEmeinde"

BRIDGE war ein Projekt der Lebenshilfe Baden-Württemberg.

Das Projekt ist im Juli 2007 gestartet.
Es war im Juni 2010 zu Ende.

BRIDGE ist das englische Wort für Brücke.
Und genau das ist unser Ziel.
Wir wollen Menschen mit Behinderung helfen,
ein Leben mitten in der Gemeinde zu leben.
Wir wollen Brücken bauen!

B wie Bekannt machen
Wir vom Projekt möchten, dass alle wissen, was BRIDGE ist.
Deswegen machen wir Werbung.
Wir werben dafür, dass Menschen mit Behinderung in der Gemeinde dabei sind.
Dafür, dass sie teilhaben dürfen.
Werben tun wir zum Beispiel in Zeitungen, auf Postkarten oder Plakaten.

R wie Rat geben
Wir vom Projekt möchten helfen.
Zum Beispiel wenn jemand überlegt, was er vor Ort machen kann.
Deswegen beraten wir Ortsverbände der Lebenshilfe, die ein Projekt anfangen möchten.
Wir beraten aber auch Menschen mit Behinderung, bei Fragen zur
Teilhabe am Leben in der Gemeinde.

I wie In Zusammenarbeit
Wir vom Projekt möchten mit den Lebenshilfe-Verbänden vor Ort zusammenarbeiten.
Zum Beispiel möchten wir ihnen helfen, neue Projekte umzusetzen.
Neue Projekte können zum Beispiel Wohnungen für Menschen mit Behinderung sein.
Oder gute Arbeitsplätze.
Je nachdem, was den Verbänden einfällt und was sich machen lässt.

D wie Dabei sein
Wir vom Projekt möchten, dass Menschen mit Behinderung mit dabei sind.
Sie sollen beim Projekt dabei sein.
Sie sollen überall mit dabei sein, wo über wichtige Dinge geredet wird.
Sie sollen aktiv in der Gesellschaft mit dabei sein.
Dafür setzen wir uns ein.

G wie Gemeinde
Wir vom Projekt möchten, dass die Gemeinde auch mit dabei ist.
Nachbarn von Menschen mit Behinderung sollen wissen, wer da neben ihnen lebt.
Sie sollen auch helfen, wenn der Mensch mit Behinderung Hilfe braucht.
Dafür sollen aber auch Menschen mit Behinderung helfen.
Sie können zum Beispiel in einem Verein mitarbeiten.
Oder sie können ihren Nachbarn helfen.
Dieses gegenseitige Helfen nennt sich „Bürgerschaftliches Engagement“.

E wie Einfluss
Wir vom Projekt möchten, dass auch die Politik mitmacht.
Es muss Gesetze und Bestimmungen geben,
die Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft teilhaben lassen.
Zum Beispiel sollen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam in die Schule gehen.
Wir wollen aber auch, dass Menschen mit Behinderung in der Politik mitmachen dürfen
und bei wichtigen Dingen gefragt werden.

Dr. Sandra Fietkau und Stephan Kurzenberger haben das Projekt für drei Jahre geleitet.

 

ZIELSETZUNG UND HANDLUNGSBEREICHE DER KAMPAGNE

Die Kampagne BRIDGE - BRücken bauen In Die GEmeinde) hatte zum Ziel, durch vielfältige Aktivitäten die Akzeptanz und die Umsetzungschancen für eine gemeindeorientierte Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und in der Folge Realität werdende Teilhabe am Leben in der Gemeinde bei allen gesellschaftlich relevanten Gruppen zu erhöhen.
Das geschah durch:

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

BRIDGE beinhaltete eine Imagekampagne für ein Zusammenleben mit behinderten Menschen, z.B. durch Zeitungsanzeigen, Plakate, Postkarten etc., aber auch durch gezielte redaktionelle Initiativen gegenüber den Medien. Behinderte Menschen wurden dabei ganz gezielt auch als aktive und kompetente Bürgerinnen und Bürger unserer Gesellschaft dargestellt.

FACHLICHE BERATUNG UND KONZEPTIONSENTWICKLUNG

Ein Schwerpunkt der Kampagne lag in der Beratung und Unterstützung von Anbietern, die neue, an der Teilhabe am Gemeindeleben orientierte, Unterstützungsformen entwickeln wollten. Das konnten sowohl klassische Anbieter der Behindertenhilfe sein, die ambulante Angebotsformen entwickelten (vor allem Träger aus dem Bereich der Lebenshilfe), als auch allgemeine Anbieter, die sich für behinderte Menschen öffnen wollten (bzw. eine Kombination aus beidem).

EINBEZIEHUNG UND AKTIVIERUNG DER BETROFFENEN

Ein weiterer Schwerpunkt der Kampagne lag in der Einbeziehung und Aktivierung behinderter Menschen und ihrer Angehöriger in die Entwicklung neuer Lebensformen. Für Menschen mit Behinderungen ging es im Rahmen der Kampagne auch um emanzipative, ihre eigenen Ressourcen stärkende, Bildungsangebote, die fachlich entwickelt und modellhaft umgesetzt wurden, sowie um die Stärkung als aktive Mitglieder unserer Gesellschaft.

VERNETZUNG, BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT, ENTWICKLUNG EINER NACHBARSCHAFTSKULTUR

Im Rahmen der Kampagne BRIDGE wurden ganz wesentlich auch Ansätze zur Vernetzung in der Nachbarschaft und zur Entfaltung von Nachbarschaftskultur entwickelt. Auf der Rekrutierung und Pflege von Bürgerschaftlichem Engagement (BE) lag in diesem Sinn ein wesentlicher Fokus in dem Projekt. Dabei wurde natürlich an bestehende zielgruppenübergreifende Netzwerke vor Ort (Bürgerbüros etc.) angeknüpft. Es galt dabei aber auch spezifisch zu untersuchen, welche von behinderten Menschen benötigten Unterstützungen aus BE rekrutiert werden können, und was andererseits Menschen mit Behinderungen selbst als aktiven Beitrag in die Nachbarschaft im engeren bzw. in die Bürgergesellschaft im weiteren Sinne einbringen können.

MODELLHAFTE UMSETZUNG

In Zusammenarbeit mit Lebenshilfevereinen und Trägern der Behindertenhilfe vor Ort, wurden beispielhafte Lebensformen im Sinne einer Teilhabe am Gemeindeleben umgesetzt, z.B. Unterstütztes Wohnen durch integrative Hausgemeinschaften, integrative Arbeitsformen, Inklusion in ortsansässigen Vereinen.

POLITISCHE AKTIVITÄTEN

Die Kampagne zielte nicht zuletzt politisch auf die Erreichung verbesserter Rahmenbedingungen einer flexiblen, am Bedarf des Einzelnen orientierten, ambulanten Hilfe, sowie auf die inklusive Gestaltung allgemeiner Angebote, z.B. das gemeinsame Leben und Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung in vorschulischen und schulischen Bildungsangeboten, ab. Politische Aktivitäten bezogen sich aber nicht nur auf sozial- oder bildungspolitische Themen, sondern im Grunde auf alle im kommunalen Raum wichtigen Fragestellungen, z.B. in der Stadtentwicklung (geeignete Wohnungen, nachbarschaftsförderliche Quartiersgestaltungen etc.), der Gestaltung des ÖPNV usw.  (Stichwort: „Barrieren beseitigen!“).
BRIDGE beinhaltete eine ganzheitliche Herangehensweise und war zugleich Selbsthilfekampagne, politische Kampagne, fachliche Kampagne, PR-Kampagne und Bürgerrechtskampagne.

UMSETZUNG

Für die Zeit vom 01.07.2007 – 30.06.2010 widmeten sich Frau Sandra Fietkau und Herr Stephan Kurzenberger ausschließlich der Umsetzung der Vorhaben im Rahmen von BRIDGE.
Der Auftakt des Projekts wurde im Juli 2007 mit einer Zukunftswerkstatt mit behinderten Menschen gemacht, anlässlich derer die Betroffenen definiert haben, was sie selbst unter Teilhabe am Leben in der Gemeinde verstehen.
Für die modellhafte Umsetzung innovativer Konzepte vor Ort wurden Orts- und Kreisvereinigungen sowie außerordentliche Mitglieder des Landesverbandes der Lebenshilfe als Kooperationspartner gesucht.

In einen Beirat zum Projekt wurden Ansprechpartner aus wichtigen gesellschaftlichen Gruppen eingebunden.
 
Das Projekt „BRIDGE - Brücken bauen in die Gemeinde“ war ein Projekt des Landesverbandes Baden-Württemberg der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung e.V. Es lief von Juli 2007 bis Juni 2010.
Weitere Informationen zum Projekt BRIDGE finden Sie

Das daraus entstandene Gemeindehandbuch ist in vier verschiedenen Heften erschienen:


BRIDGE wurde durch die finanzielle Unterstützung
der Aktion Mensch,
der Paul-Lechler-Stiftung und
der Stiftung Lebenshilfe Baden-Württemberg ermöglicht.
Herzlichen Dank!


Dr. Sandra Fietkau / Stephan Kurzenberger
Projektleiterin / Projektleiter


BRIDGE-Preis

Der BRIDGE-Preis ist aus dem Projekt heraus entstanden.
Seit dem Projektabschluss 2010 werden mit dem BRIDGE-PReis regelmäßig innovative und inklusive Praxis geehrt.
Diese sind immer einem Thema als Motto des jeweiligen Preisjahres zugeordnet.
Weitere Informationen zum BRIDGE-Preis finden Sie immer aktuell auf unserer Startseite.