Projekt "Erwachsenenbildung Inklusiv"

Was ist notwendig, um eine Erwachsenenbildung für Alle zu entwickeln?

 

Das Projekt "Erwachsenenbildung Inklusiv" (Startschuss war der 01. Oktober 2014) ist ein neues Projekt vom Landesverband der Lebenshilfe Baden-Württemberg e. V. Es verfolgt das Ziel eine Erwachsenenbildung für Alle (!) voranzutreiben und zu entwickeln. Mit Berufung auf den Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention und dem Bildungskonzept des Lebenslangen Lernens werden erste Schritte zur Entstehung einer inklusiven Erwachsenenbildung eingeleitet. einer Erwachsenenbildung, die nicht mehr unterscheidet, sondern Unterschiede zulässt und fördert.

Nun stellt sich die Frage: Was wird benötigt, um dieser Aufgabe gewachsen zu sein?


Zunächst einmal muss Barrierefreiheit auf allen Ebenen gewährleistet sein. Dies schließt die Zugänge zu Gebäuden – rollstuhlgerechte Zugänge, behindertengerechte Sanitäranlagen, etc. – ebenso mit ein, wie die Bereitstellung barrierefreier Materialien für Seminardurchführung (z.B. Texte in Leichter Sprache oder in Braille-Schrift). Des Weiteren benötigt man Personen, die pädagogisch geschult sind, um auf didaktischer, methodischer und professioneller Ebene inklusive Bildungsangebote durchzuführen.

Ein erster Schritt ist daher, die Vorbereitung und Schulung angehender DozentInnen. Das Projekt geht aber noch einen Schritt weiter. So soll auch Menschen mit Behinderung die Möglichkeit gegeben werden, als DozentIn an Bildungsveranstaltungen mitzuwirken. Dies soll in Form von sogenannten Tandems stattfinden. Das bedeutet, dass eine Lehrperson mit und eine Lehrperson ohne Behinderung gemeinsam eine Lehr-/Lernveranstaltung leiten. Damit soll auch Menschen mit Behinderung die Chance gegeben werden, Verantwortung zu übernehmen und Wissen weiterzugeben! Beide DozentInnengruppen werden vorab anhand einer bestehenden Handreichung didaktisch und methodisch geschult; zunächst getrennt voneinander und in einer Abschluss-Schulung gemeinsam. Ein wichtiger Baustein ist dabei auch die Rolle, die man als DozentIn einnimmt und wie sich diese ausgestaltet.

Um dieses Vorhaben realisieren zu können werden v.a. Kooperationspartner aus der öffentlichen Weiterbildung benötigt, die Interesse am Entstehungs- und Entwicklungsprozess einer inklusiven Erwachsenenbildung haben. Im Frühjahr 2015 wird es eine Einführungsveranstaltung zum Projekt geben, indem das Projekt und bisherige Projektfortschritte vorgestellt werden. Im Laufe des Jahres werden die Schulungen für die DozentInnen angeboten, Bildungsveranstaltungen durchgeführt und diese evaluiert. Am Ende des Jahres 2015 wird es einen Abschlussfachtag geben, indem die Ergebnisse präsentiert und ein Ausblick auf die Nachhaltigkeit einer inklusiven Erwachsenenbildung gewagt wird.

Das Ziel ist: Eine gemeinsame Erwachsenenbildung anzubieten, die nah an den Menschen ist, aber im öffentlichen Raum stattfindet.


Dennis Kuhlmann
Projektleiter
Telefon: +49 (0)711/255 89 -28
dennis.kuhlmann@lebenshilfe-bw.de